Hochzeitsserie Teil 2: Das perfekte Brautkleid finden

A-Linie, Fit and Flare, Princess, Mermaid, Empire Stil, Boho, Mix and Match? Wo soll man da denn anfangen und den Überblick behalten? Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als Jan-Erik mir im März 2019 einen Heiratsantrag machte. Erst dann wurde es konkret und ich begann damit, mir die ersten richtigen Gedanken über mein Brautkleid zu machen.

Das Hochzeitskleid spielt für viele Frauen bereits weit vor der Hochzeit – ja oftmals sogar schon bevor der Heiratsantrag überhaupt gemacht wurde – eine sehr wichtige Rolle. Viele haben eine genaue Vorstellung davon, wie das perfekte Kleid und wie sie als Braut am großen Tag der Hochzeit aussehen sollen. Oftmals herrscht hier das – sicherlich medial stark beeinflusste – Bild der Braut als Prinzessin in einem weitausgestellten Brautkleid vor und tatsächlich zählt das ‘Prinzessinnenkleid’ zu den beliebten und häufig gekauften Kleidern. Es gibt sogar ganze Brautläden, die sich einzig auf extravagante und weitausgestellte Prinzessinnenkleider spezialisiert haben. Für mich ist diese Art von Kleidern eher nichts, so viel wusste ich. Doch eine genaue Vorstellung davon, wie mein Kleid aussehen sollte, hatte ich eigentlich nicht. Ich wusste, dass ich Spitze gerne mag und einem romantischen Stil gegenüber nicht abgeneigt bin. Doch ich war mir nicht sicher, ob das ausreichen würde, um am Ende mein Kleid zu finden.

Die Suche nach dem perfekten Brautkleid kann wirklich etwas überfordernd sein. Erst recht, wenn man nicht so genau weiß, wo man anfangen soll. Ich konnte mir zunächst überhaupt nicht vorstellen, wie ich in einem Brautkleid aussehen würde, aber das ist okay. Schließlich läuft man in der Regel ja nicht täglich in einem Brautkleid herum und die fehlende Vorstellungskraft ist spätestens dann verflogen, wenn man einmal in einem Brautladen steht und die ersten Kleider betrachtet. So ging es mir zumindest. Doch der Reihe nach.

Tipp Nummer 1: Erstellt Euch ein Pinterestboard

Wo und wie beginnt man am besten die Suche nach dem eigenen Brautkleid? Ich habe mir ein Board auf Pinterest erstellt und hier Bilder von Kleidern gesammelt, die mir auf den ersten Blick gefallen haben. Überhaupt kann ich das nur empfehlen, sich verschiedene Hochzeitsboards anzulegen und Bilder zu sämtlichen Hochzeitsthemen zu sammeln. Das macht die Besprechung und Planung mit Dienstleister*innen wesentlich einfacher, wenn man Bilder zeigen kann.

Tipp Nummer 2: Recherchiert online nach Brautläden in Eurer Nähe

Weiterhin habe ich online nach Brautläden geschaut, die es in meiner Umgebung gibt und mir deren Webseiten genauer betrachtet. Auch hier ist die Auswahl sehr groß und man muss sich hier zunächst entscheiden, ob man lieber in einen großen Brautladen möchte oder aber einen kleinen Laden mit weniger Auswahl, dafür aber individuellerer Beratung bevorzugt. Da ich noch keine Vorstellung davon hatte, was ich wollte, entschied ich mich dazu, nach einem kleineren Laden zu suchen. Ich befürchtete, dass mich große Läden und eine riesige Auswahl eher noch mehr verunsichern würden. Nach langem Recherchieren bin ich auf Nicole von Mainbraut gestoßen. Ihre Webseite hat mich sofort angesprochen, da sie sehr liebevoll aufgebaut ist und auch die Tatsache, dass sie keine Bilder ihrer Kleider auf ihrer Seite zeigt, da diese an der Braut wirken sollen und für sich sprechen sollen, hat mich neugierig gemacht.

Nicole hat einen kleinen Brautladen in Dornbusch in Frankfurt am Main, der ausgewählte, aber dennoch eine tolle Vielfalt an hochwertigen Kleidern in verschiedenen Passformen führt. Neben klassischen und zeitlosen, aber auch verspielt romantischen Kleidern findet man bei ihr auch etwas extravagantere Kleider, die momentan im Trend liegen, wie z.B. Zweiteiler oder Kleider mit Rockeingrifftaschen. Ich hatte das Glück, dass ich noch vor Corona, im November 2019, auf Brautkleidsuche gehen konnte und auch noch einen Termin bei Nicole ergattern konnte. So konnte ich nämlich meine Schwiegermutter sowie zwei meiner Freundinnen mitnehmen, was mir bei der Wahl meines Kleides sehr geholfen hat. Aktuell ist eine Brautkleidanprobe ja leider etwas schwierig. Nehmt aber gerne einfach Kontakt mit Nicole auf. Sie ist super nett und beantwortet Euch sicherlich gerne Eure Fragen.

Tipp Nummer 3: Nehmt nicht zu viele Personen zur Anprobe mit

Auch dieser Lockdown ist mit Sicherheit bald einmal vorbei und die Geschäfte öffnen wieder Ihre Türen und Ihr könnt auf Brautkleidsuche gehen. Ich würde Euch empfehlen, nicht zu viele Personen mitzunehmen, denn viele Köche*innen verderben bekanntlich den Brei und können einen schnell verunsichern. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn Ihr in etwa beschreiben könnt, was Ihr Euch vorstellen könnt und was überhaupt nicht für Euch in Frage kommt. So konnte ich für mich zum Beispiel ausschließen, ein weit ausgestelltes Kleid oder aber eines, welches zu eng geschnitten ist, zu tragen. Schließlich wollte ich mich an unserer Hochzeit den ganzen Tag gut bewegen können. Beim Anprobetermin schilderte ich Nicole, was ich auf keinen Fall suchte und was ich mir vorstellen könnte. Sie zeigte mir ihre Kleider und gemeinsam suchten wir in etwa 8 Kleider aus, die ich gerne anprobieren wollte. Hierbei war es ihr wichtig, dass nur ich mit ihr durch die Kleiderreihen ging, um mich nicht zu verunsichern und das auszusuchen, was mir gefällt.

Tipp Nummer 4: Tragt kein Make-Up und bequeme, weiße oder hautfarbene Unterwäsche

Nachdem ich mir 8 Kleider ausgesucht hatte, wurde es ernst. Ich konnte das erste Kleid anprobieren. Hierbei half mir Nicole beim Anziehen und konnte schon an meinem Blick sehen, ob ich mich wohl in dem Kleid fühlte oder nicht. Erst als ich ihr das OK gab, mich meinen Begleiterinnen zu zeigen, öffnete sie den Vorhang der Umkleidekabine und ich konnte auf ein Podest steigen, um das Kleid in voller Länge an mir zu betrachten. Nicole nahm sich sehr viel Zeit, beantwortete mir alle Fragen, interessierte sich für mich und meinen Verlobten und ließ mich bei Zweifeln die Kleider auch zwei oder drei Mal anziehen. Für die Anprobe selbst ist es empfehlenswert, kein starkes Parfum zu tragen, kein Make-Up, um die Kleider nicht zu beschmutzen und bequeme, idealerweise hautfarbene Unterwäsche zu tragen, die nicht durch die Kleider durchschimmert. Gerade bei durchsichtigen, rückenfreien oder Kleidern mit einem tiefen Ausschnitt erleichtert das die Vorstellungskraft.

Tipp Nummer 5: Probiert auch einmal Kleider an, die Ihr auf dem Kleiderbügel vielleicht eher ausschließen würdet.

Nachdem ich das 6. Kleid anprobierte und noch nicht so wirklich das fand, was mich überzeugte, probierte ich ein Kleid an, das mir auf dem Kleiderbügel an der Stange zunächst gar nicht zusagte. Es handelte sich um einen Zweiteiler, bestehend aus einem Spitzenoberteil und einem fließenden Rock. Das Oberteil war leicht bauchfrei und der Rock hatte eine High-Waist Passform. Als ich das Kleid in der Umkleidekabine anprobierte, spürte ich schon, ohne in den Spiegel zu sehen, dass dies mein Kleid war. Es fühlte sich einfach gut auf der Haut an, war super leicht und ich fühlte mich vom ersten Moment an pudelwohl. Das sah auch Nicole und öffnete mit einem Lächeln den Vorhang, sodass meine Begleiterinnen mich und das Kleid ebenfalls betrachten konnten. Meine Schwiegermutter verdrückte gleich die ersten Tränen und auch meine beiden Freundinnen waren etwas gerührt. Ich wusste einfach sofort, dass dies mein Kleid war und tütete das Ganze sofort ein.

Mein letzter Tipp ist eigentlich eher ein Rat.

Tipp Nummer 6: Lasst Euch nicht verunsichern und hört auf Euer Bauchgefühl.

Wenn Ihr ‘DAS’ Kleid anhabt, werdet Ihr es spüren. Eure Augen werden leuchten und Ihr werdet Euch einfach rund um wohl fühlen. Setzt Euch nicht unter Druck und schaut lieber in einem weiteren Brautladen noch einmal, solltet Ihr bei der ersten Anprobe nicht fündig werden. Das ist überhaupt nicht schlimm!

Solltet Ihr noch auf der Suche nach Eurem Brautkleid sein, wünsche ich Euch viel Freude, Spaß und natürlich Erfolg. Genießt den Tag, denn auch in Zeiten von Corona ist dies etwas ganz Besonderes.

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