Kanadische Poutine

Jan-Eriks Erinnerungen an sein Auslandsjahr in Kanada

Als ich in der 11. Klasse war, hatte ich das große Glück, ein Jahr in Kanada leben zu dürfen. Das Schuljahr verbrachte ich auf der wundervollen Insel Saltspring, eine der Gulf Islands, die im Westen Kanadas genau zwischen Vancouver Island und dem Festland mit der Metropole Vancouver liegen. Meine damalige Gastmama Susan war eine brillante Köchin und sie hat mir viel beigebracht. Auch heute noch sind meine Rezepte von ihr und der nord-amerikanischen Küche inspiriert. Ein Beispiel ist der empfehlenswerte Pulled-Chicken-Burger. Heute möchte ich mich deshalb einem der Nationalgerichte Kanadas widmen, der Poutine. Das sind Pommes, großzügig darüber gegebene Käsewürfel aus leicht schmelzendem Käse wie Mozzarella – cheese curds im Englischen – und heiße gravy, Bratensoße. Wir verbinden bei dem Gericht das Leckere und das Praktische, denn wir verwenden einfach Bratensoße, die vom letzten Braten übrig geblieben ist (in unserem Fall waren es die klassischen Rinderrouladen, die Ihr hier findet). Natürlich wäre es viel zu schade, die Soße wegzugeben, und deshalb gab es am Folgetag kanadische Poutine.

Wie bereitet man eine kanadische Poutine zu?

Als Basis der Poutine gilt es, Pommes herzustellen. Dafür schneiden wir Kartoffeln in Pommesform, waschen mit kaltem Wasser die Stärke heraus und trocknen sie gut ab. Anschließend geben wir sie mit etwas Olivenöl auf ein Blech und backen sie bei180° Umluft im Ofen, bis sie knusprig sind. Natürlich könnt Ihr auch Eure Heißluftfritteusen oder sogar Eure richtigen Fritteusen verwenden. In unserer kleinen Küche haben wir aber aktuell einfach keinen Platz für neue Geräte. (Und Carina würde mich vermutlich auch für verrückt erklären, wollte ich eine echte Fritteuse in der Küche installieren). Parallel erhitzen wir auf dem Herd unsere Bratensoße und lassen Sie noch ein wenig einkochen, damit sie die perfekte Konsistenz bekommt – nicht zu dick, aber auch nicht zu wässrig. Sollte sie schon zu dick sein, gebt einfach einen Schluck Wasser oder Brühe hinzu.

Parallel hierzu schneiden wir die Käsewürfel. Grundsätzlich empfiehlt sich Mozzarella, andere Käsesorten, die gut schmelzen, gehen aber genauso gut. Puristen verlören sich hier sicherlich nun in harten Argumentationsgängen, ich selbst habe Büffelmozzarella nehmen müssen, da ich die Kuhmilchvariante einfach nicht vertrage. Das ist sicherlich nicht die traditionelle kanadische Poutine, aber wie sagt man so schön: improvise, adapt, overcome!

Sind die Pommes knusprig, könnt Ihr sie in eine Schüssel geben und mit Pommes-Gewürz würzen. Falls nicht zur Hand, könnt Ihr einfach großzügig salzen und je nach Eurem Geschmack etwas mit süßem Paprikapulver nachhelfen.

Nun kann die Poutine zusammengestellt werden: Die Pommes gebt Ihr in eine Schale, darüber kommen die (kalten) Käsewürfel, dann übergießt Ihr das Ganze mit der Bratensoße. Dabei schmilzt der Käse natürlich an, das ist ja die Magie einer Poutine, die mit diesem Schritt schon fertig ist. Haut rein und guten Appetit!  

Kanadische Poutine

Gang: MainSchwierigkeit: Easy
Servings

2

servings
Prep time

15

Minuten
Cooking time

20

Minuten

Ingredients

  • 500g Kartoffeln

  • Bratensoße vom Vortag (z.B. von unseren leckeren Rouladen)

  • Käsewürfel von einem leicht schmelzenden Käse (bspw. Mozarella)

  • Pommes-Gewürz (wir empfehlen Just Spices, *unbeauftragte Werbung*)

Directions

  • Kartoffeln waschen und in Wedges- oder Pommes-Form schneiden
  • Kartoffeln in kaltem Wasser auswaschen, bis keine Stärke mehr austritt. Dann gut abtrocknen.
  • Kartoffelscheiben auf ein Backblech geben, leicht mit Olivenöl benetzen und bei 180° bei Umluft im Ofen backen (alternativ Pommes in einer Friteuse oder Heißluftfriteuse herstellen).
  • Bratensoße erhitzen.
  • Käse in kleinere Würfel schneiden.
  • Sobald gar, Kartoffeln mit Pommesgewürz würzen.
  • Anrichten: Pommes in eine Schale geben. Käsewürfel darüber verteilen. Mit heißer Bratensoße übergießen.

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