Tante Ankes Basics: Frikadellen

Vor der Frikadelle kam der Prolog

Heute möchten wir Euch unsere Tante Anke vorstellen. Wir sind uns sicher, dass Ihr alle tolle Tanten kennt und vielleicht sogar das Glück habt, tolle Tanten in Eurer Familie zu haben. Tante Anke ist unsere tolle Tante: Sie ist die liebenswerteste und aufmerksamste Person, die immer mit Rat und Tat beiseite steht. Mit und bei Tante Anke kann man gut Urlaub machen, horrend kompetitive Runden Minigolf spielen und super shoppen gehen. Naja, nur konnte Tante Anke bis vor kurzem nicht wirklich kochen. Das sei ihr natürlich nicht verübelt, denn sie kam die große Zeit ihres Lebens in den Genuss der besten Küche in unserer Familie, der Küche unserer lieben Oma. Da hätte ich vermutlich auch keinen Grund gesehen, mich jemals hinter den Herd zu stellen…

Doch die Zeiten ändern sich, und Anke hat beschlossen, eben dies zu tun: Die Messer zu wetzen, die Pfannen zu erhitzen, den Lieferservice weniger oft anzurufen. Und was wäre besser geeignet, als die Reise durch die riesige Welt der Kulinarik mit einigen Basics zu beginnen, mit den Lieblingsgerichten von Tante Anke? Wir möchten diese Gerichte, die für alle Kocheinsteiger*innen geeignet sind, hier vorstellen, und wir würden uns freuen, wenn Ihr Anke und uns auf dieser Entdeckungsreise begleiten würdet. Um die Lernkurve steil zu halten, werden wir den Basics, welche Anke sich bei uns je nach Lust und Laune wünschen darf, immer den einen oder anderen Twist verpassen.

Tante Ankes Basics: Frikadellen fast wie von Oma

So ist das heutige Gericht, Frikadellen mit Bratkartoffeln und Gurkensalat, von niemand geringerem als unserer Oma inspiriert. Aber, wie gesagt, eine kleine zusätzliche Zutat macht aus ohnehin schon tollen Frikadellen etwas ganz Besonderes. Die heutige Geheimzutaten sind: Walnüsse. Aber fangen wir ganz von vorne an, mit dem Salat.

Zu Frikadellen gibt es heute, ganz klassisch, einen Gurkensalat. Dafür schneiden wir unsere Salatgurke in feine Scheiben. Alternativ können wir eine Reibe benutzen. Je nach Geschmack könnt Ihr bei Biogurken auch ruhig die Schalle dranlassen. Zu den Gurkenscheiben geben wir dann etwas gehackte Petersilie (wir empfehlen hier die mit groben Blättern). Die kann man auch, sollte etwas übrig bleiben, gut einfrieren. Einfach in einen Beutel stecken und ab ins Gefrierfach.

Dann ist das Dressing dran, und das greift den Walnuss-Twist gekonnt auf. Wir mischen in einer separaten Schüssel Olivenöl mit etwas Walnussessig. Den gibt es in fast jedem Supermarkt. Dazu geben wir dann Honig und Senf. Wenn man es etwas süßer mag, darf es gerne etwas mehr Honig sein, wer eher sauer sein möchte, nimmt hier einfach etwas weniger. In jedem Fall kontrastiert das frische Dressing wunderbar die Frikadellen und die Bratkartoffeln. Und der Salat ist auch schon fast fertig! Ihr müsst nur noch mit etwas Pfeffer und Salz abschmecken und dann könnt Ihr das Dressing schon über die Gurken geben. In den nächsten 20 Minuten wird der Salat noch nicht an Knackigkeit verlieren, vielmehr werden sich Dressing und Gurken schön verbinden und intensiv schmecken.

Jetzt sind die Frikadellen dran. Das Hackfleisch geben wir in eine Schüssel. Idealerweise ist es nicht eisig kalt, sondern hat ein paar Minuten bei Raumtemperatur aufgewärmt. Wer übrigens die klassische Kombination aus Halb-und-Halb (Schwein und Rind) nicht mag, kann natürlich gerne auf Rindfleisch oder, das stelle ich mir besonders lecker mit diesem Rezept vor, Lamm ausweichen. In die Schüssel geben wir nun: eine sehr fein gehackte rote Zwiebel (das ist wichtig, man will später in den Frikadellen keine halbe Zwiebel finden), gehackte Petersilie, gehackte Walnüsse (da sind sie wieder) und ein Ei. Das Fleisch könnt Ihr ruhig großzügig mit Salz, Pfeffer und dem Meat-Allrounder würzen. Dazu gebt Ihr noch etwas Senf und feine Haferflocken (mit denen man das eingeweichte Brötchen aus dem klassischen Rezept super ersetzen kann). Vermengt die Masse nun sehr gut, dass sich alle Zutaten gleichmäßig verteilen und dass eine homogene Masse entsteht. Diese sollte weder zu feucht sein, noch zu trocken. Sollte sie zu feucht sein, nehmt einfach noch etwas mehr Haferflocken. Aber Vorsicht mit den Haferflocken: Zu trockene Fleischmassen, die zur Hälfte aus verschütteten Haferflocken bestehen, sind schwieriger zu retten…

Wenn die Masse fertig ist, gebt Ihr etwas Mehl auf einen Teller und würzt es mit Salz, Pfeffer und Meat Allrounder. Nun formt Ihr kleine Frikadellen und wälzt diese vorsichtig im Mehl. Dadurch entsteht gleich beim Braten eine bessere Kruste.

Da Ihr gleich parallel braten müsst, bereitet am Besten auch gleich die Bratkartoffeln vor. Hierfür schneidet Ihr die Kartoffeln (vom Vortag) in kleinere Stücke. Ich achte hier ehrlich gesagt nicht zu sehr auf die Form. Bratkartoffeln sind ein rustikales Gericht, da muss nicht jede Kartoffel die exakt gleiche Größe haben, im Gegenteil. Ebenso solltet Ihr eine Zwiebel in feine Scheiben schneiden.

Nun geht es ans Braten: Sowohl Bratkartoffeln als auch die Frikadellen sollten ungefähr gleich lange brauchen (außer Ihr habt in Eurem Heißhunger die Frikadellen in Kuchengröße geformt). Zum Braten kann man gut Bratolivenöl nehmen. Für die Frikadellen würde ich hier nicht zu geizig sein. Bei den Bratkartoffeln kommt es ein bisschen darauf an, wie viel Fett Euer Speck schon mitbringt. Bei magerem Speck würde ich noch etwas Öl hinzugeben, bei fettem Speck würde ich das vermeiden wollen – Bratkartoffeln, die vor Fett nur so strotzen, finde ich persönlich absolut unappetitlich.

Also, zwei Pfannen, einmal mehr Fett für die Frikadellen, einmal weniger für die Bratkartoffeln. Beides bei mittlerer Hitze. Ihr gebt die Frikadellen vorsichtig in die Pfanne (immer von Euch weg in die Pfanne legen). Sehr empfehlenswert ist hier übrigens ein Spritzschutz für die Pfanne, spart einem danach gute 15 Minuten Kücheputzen und mir einen bösen Blick meiner Frau Carina. In die andere Pfanne kommen die Kartoffeln, Zwiebeln und Speck und später etwas Pommesgewürz. Die Bratkartoffeln regelmäßig und die Frikadellen ab und zu wenden.

Nach circa 15 Minuten sollte alles wunderbar goldbraun sein. Anke, wir wünschen Dir guten Appetit – und allen anderen natürlich auch 😉

Was haltet Ihr von unserer neuen Serie rund um Tante Anke? Habt Ihr auch Rezeptwünsche zu Basics, die wir mal (mit einem kleinen Twist) machen sollten? Schreibt uns gerne in die Kommentare!

Tante Ankes Basics: Frikadellen

Servings

2

servings
Prep time

20

minutes
Cooking time

20

minutes

Ingredients

  • Zutaten für die Frikadellen (2 Personen)

  • 250g gemischtes Hack vom Metzger Eures Vertrauens

  • 1 kl. rote Zwiebel

  • ¼ Bund Petersilie

  • 1 Hand voll Walnüsse

  • 1 Ei

  • 2-3 gehäufte EL feine Haferflocken

  • 2 TL Senf

  • Salz, Pfeffer und Meat Allrounder-Gewürzmischung (Just Spices)

  • 100g Mehl

  • Bratolivenöl

  • Zutaten für die Bratkartoffeln

  • Ca. 250g gekochte Kartoffeln vom Vortag

  • Ca. 30g Speckwürfel

  • 1 kl. rote Zwiebel

  • Pommes-Gewürzmischung (Just Spices)

  • Zutaten für den Gurkensalat

  • 1 kl. Gurke

  • 2 EL Olivenöl

  • 1 EL Walnussessig

  • ¼ Bund Petersilie

  • 1 TL Senf

  • 1-2 TL Honig

  • Salz & Pfeffer

Directions

  • Für den Salat, Gurken in feine Scheiben schneiden. Petersilie hacken und hinzugeben. Für das Dressing, Olivenöl, Walnussessig, Senf, Honig, Salz und Pfeffer gut vermengen.
  • Für die Frikadellen, 250g gemischtes Hack in eine Schüssel geben. Zwiebeln sehr fein schneiden, Petersilie und Walnüsse hacken und hinzugeben. Ei roh in die Schüssel geben. Senf hinzugeben und großzügig mit Salz, Pfeffer und Meat Allrounder würzen. Einen Teil der Haferflocken hinzugeben und vermengen. Ggf. mehr Haferflocken hinzugeben, bis eine homogene Fleischmasse entsteht (die weder zu trocken, noch zu feucht ist).
  • Zum Formen der Frikadellen, Mehl in einen Teller geben und mit Salz, Pfeffer und Meat Allrounder würzen. Kleine Frikadellen formen und vorsichtig im Mehl wälzen. So entsteht später beim Braten eine schöne Kruste.
  • Zum Braten, Bratolivenöl in eine Pfanne geben. Wenn vollständig erhitzt, Frikadellen bei mittlerer Hitze von beiden Seiten braten, bis sie goldbraun sind.
  • Parallel die Bratkartoffeln aufsetzen. Hierfür die Kartoffeln vom Vortag in kleine Scheiben oder Stücke schneiden. Zwiebel in feine Scheiben schneiden. Je nach Fettgehalt des Specks mit oder ohne Bratolivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze goldbraun braten.

2 Comments

  1. Deine Tante Anke macht alles richtig – ich kann das beurteilen, weil wir wahrscheinlich ähnlich alt sind 😉
    Das man die Frikadellen vorher in Mehl wenden könnte, wusste ich noch nicht. Aber bei uns heißen die ja auch Fleischpflanzerl.
    Ich freue mich, mehr von deiner Verwandtschaft zu hören!
    LG
    Sabiene

  2. Pingback: Tante Ankes Basics: Bratwurst mit Spitzkohlgemüse und Kartoffelpüree - Food & Stories

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